Feedback zu unserem Positionspapier Digitalisierung unter der Lupe

Die ersten Rückmeldungen zu unserem Diskussionspapier sind da. Wir stellen sie euch hier vor. Und wir freuen uns darauf, noch mehr von euch zu hören. Eure Meinungen fließen die in die Überarbeitung und Fertigstellung des Papiers ein.

Statements zum Positionspapier

Ich freue mich sehr, dass unser Jugendverband sich so intensiv mit verschiedenen Fragen der Digitalisierung auseinandersetzt. Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig digitale Hilfsmittel für die Zusammenarbeit in Krisensituationen sein können.  Wir haben gesehen, dass es bei Digitalisierung nicht nur um Technologien geht, sondern auch und insbesondere darum, Menschen miteinander zu verbinden und Distanz zu überwinden. So kann auch die Digitalisierung uns dabei helfen, unseren Leitspruch jeden Tag in die Realität zu übertragen: Wir helfen hier und jetzt.

So nutzen wir Samariter*innen im weitläufgen Nordrhein-Westfalen, übrigens nicht erst seit dem Beginn der Corona-Pandemie, Videokonferenzen, um uns auszutauschen oder weiterzubilden. Ein wichtiger zusätzlicher Effekt: Durch wegfallende Reisen werden Zeit und Geld gespart und das Klima wird geschont.

Genauso wichtig ist es aber auch, die Probleme von Digitalisierung nicht aus dem Blick zu verlieren. Auch diese werden daher bei ASJ und ASB offen diskutiert, etwa der Zugang zur Digitalisierung. Auf dem Weg der Digitalisierung müssen wir darauf achten, dass es nicht zu einer sozialen Spaltung kommt. Als Sozialverband haben wir ein besonderes Augenmerk darauf, dass möglichst viele Menschen adäquat unterstützt werden, um bei der Digitalisierung selbstbestimmt mithalten zu können. Es darf niemanfd zurückgelassen werden. Ganz wichtig sind selbstverständlich auch die Bereiche Barrierefreiheit und ein effektiver Datenschutz, da gibt es noch jede Menge zu tun.

Der ASB setzen sich deshalb aktiv für eine verantwortungsbewusste Digitalisierung ein, die ethische und moralische Standards berücksichtigt und niemanden zurücklässt. Dabei ist auch wichtig, dass die Positionen der Sozialverbände bei der Digitalisierung in der Debatte deutlich herausgearbeitet werden, auch weil der soziale Sektor zu den großen Arbeitergebern und Dienstleistern in Deutschland zählt.

Digitalisierung und Klimaschutz Laura Wistuba, stellv. Landesvorsitzende und Beisitzende Anja Reimann

Technische Geräte funktionieren mit Strom. Wir wollen, dass Strom möglichst klimafreundlich produziert wird. Wir wollen Forscher_innen dazu ermutigen, dass sie über effizientere Energielösungen nachdenken und die Politik ermutigen, Innovationen in diesem Bereich auch finanziell zu fördern.

Mittlerweile gibt es Konzepte, die zum Beispiel die Wärme von Großrechnern nutzbar machen. In diese Richtung kann in unseren Augen noch viel mehr getan werden. 
Viele von uns haben bereits mit den Aktivist_innen von #FridaysForFuture demonstriert. Wir wünschen uns einen Ausstieg aus der klimaschädlichen Energiegewinnung durch Kohle und Investitionen in nachhaltige Energiegewinnung.

Wir finden es super, dass bei der ASJ aktiv versucht wird, Plastik einzusparen, zum Beispiel durch wiederverwendbare Flaschen und Brotboxen. Und es ist großartig, dass hier CO2 eingespart wird – zum Beispiel durch Videokonferenzen, zu denen wir nicht anreisen müssen, oder durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bei unseren Ausflügen. Aktuell diskutieren wir in unserer ASJ-Gruppe, ob wir CO2 bei Reisen durch Unterstützung klimafreundlicher Projekte kompensieren können.
 

Digitalisierung und Bildung Marcel Nicolai, stellvertretender Landesjugendvorsitzender

In Kindertagesstätten, Schulen und bei Freizeitangeboten für Kinder wird oft noch darüber gestritten, ob technische Geräte genutzt werden dürfen und wie lange. Das ist in unseren Augen weltfremd. Vielmehr soll es darum gehen, Kindern und Jugendlichen die notwendigen Kompetenzen zur Nutzung der Geräte und der mit ihnen verbundenen Inhalte zu vermitteln.

Dabei beschäftigen uns Fragen wie:

  • Welche Daten übermitteln Apps? 
  • Was sind Metadaten und wie kann ich meine persönlichen Informationen schützen? 
  • Wie erkenne ich, ob Nachrichten richtig und ihre Quellen vertrauenswürdig sind? 
  • Wie finde ich zuverlässige Informationen? 
  • Wie kann ein Klassen-/Gruppenchat gestaltet werden, so dass dort kein Mobbing stattfindet?
  • Wie kann ich meinen Medienkonsum so gestalten, dass er mich mit meinen Freundinnen und Freunden vernetzt und mich in den Fragen weiterbringt, die mich beschäftigen?
  • An wen können wir uns wenden, wenn wir Hass erleben oder Ausgrenzung und Respektlosigkeit – in Verbindung mit digitaler Technik und darüber hinaus?

Das sollte in unseren Augen auch in den Seminaren der ASJ thematisiert werden, zum Beispiel bei JuLeiCa-Schulungen.

"Digitalisierung und die offene Gesellschaft" Felix Nebel aus dem Vorstand der ASJ NRW

Im Entwurf des Positionspapiers heißt es:

Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der jede_r sich entfalten kann, wie es ihren oder seinen Talenten und Bedürfnissen entspricht, ohne von einem sozialen Belohnungs- und Bestrafungssystem konditioniert zu werden.  Wir lehnen darum eine anlasslose Überwachung, gerade auch von privaten und öffentlichen Orten, ab.

Für die Kinder und Jugendlichen in unseren ASJ-Gruppen sind die Themen Menschenrechte und Kinderrechte wichtig. In Seminaren setzen sie sich damit auseinander, was das bedeutet und entwickeln Ideen und Projekte für ein gutes Miteinander in unserer Gesellschaft.

Bei politischen Bildungsfahrten erleben wir immer wieder, dass die Jugendlichen Freiheit und Verantwortung miteinander kombinieren wollen und für faire Lebensbedingungen streiten.

Eine anlasslose Überwachung steht diesen Grundsätzen entgegen.

Auch die immer stärkere Konzentration von Technologien, Daten und Finanzmitteln in den Händen weniger einflussreicher Konzerne widerspricht unserer Vorstellung von einer freien, transparenten, fairen und solidarischen Gesellschaft. Darum nutzen wir OpenSouce-Technologie, wie zum Beispiel Firefox, Gimp, VLC Mediaplayer, 7-ZIP, Free-Mind, etc.

 

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