Kinderarmut in Deutschland

Was bedeutet Armut?

Die größtmögliche Armut bedeutet:
Menschen haben viel zu wenig Geld.
Sie können sich nicht einmal die wichtigsten Dinge leisten.
Dinge, die man zum Überleben braucht.
Zum Beispiel können sie nicht genug Lebensmittel kaufen.
Nicht für sich und nicht für ihre Familie.
Sie können sich keine Wohnung leisten.
In armen Ländern bedeutet das für die Menschen:
Sie müssen hungern.
Ihre Armut nennt man: absolute Armut.
In Deutschland gibt es viele Hilfs-Organisationen.
Dazu gehört zum Beispiel der ASB.
Sie alle helfen auch Menschen in anderen Ländern in Not.

Armut in Deutschland

Bei uns in Deutschland ist das anders.
Deutschland ist ein reiches Land.
Doch die Menschen haben nicht alle gleich viel Geld.
Es gibt große Unterschiede.

Die einen sind sehr reich.
Sie können sich sehr viele Dinge leisten.
Viele Dinge, die sie nicht wirklich zum Leben brauchen.

Andere haben gerade genug Geld.
Sie können Essen, Miete und Kleidung bezahlen.
Doch für mehr reicht es nicht.
Nicht für Dinge, die Spaß machen.
Zum Beispiel für einen Kinobesuch.
Oder um in ein Schwimmbad zu gehen.
Für einen Urlaub reicht es erst recht nicht.

Die meisten Menschen in Deutschland haben Geld.
Sie können sich vieles ohne Probleme leisten.
Auch Dinge, die einfach Spaß machen.

Doch einige Menschen können das nicht.
Ihr Geld reicht nicht.
Ihre Armut nennt man: relative Armut.
Denn sie sind im Vergleich zu ihren Mitmenschen arm.
In diesen Familien gibt es oft auch Kinder und Jugendliche.
Auch sie erleben die relative Armut.
In ganz Deutschland leben etwa 15 Millionen Kinder.
In NRW sind es 3 Millionen Kinder.
Davon ist jedes 5. Kind von Armut betroffen.

Nehmen wir eine Gruppe von 5 Kindern.
Davon lebt ein Kind in Armut.
Es wächst zwar in Deutschland auf.
Aber von den meisten Dingen ist es ausgeschlossen.
Es kann zum Beispiel nicht:

  • in einen Sportverein gehen,
  • etwas mit Freunden unternehmen
  • oder auf Klassenreise mitfahren.

Dafür haben seine Eltern kein Geld übrig.

Wie ist es für Kinder und Jugendliche in diesen Familien?

Wenig Geld bedeutet nicht nur:
Es gibt nicht ständig neues Spielzeug.
Oder es gibt nicht immer das modernste Handy.
Die Folgen sind viel größer.

Vor allem in den Großstädten sind die Mieten sehr teuer.
Ärmere Familien können sich nur eine kleine Wohnung leisten.
Dann müssen sich alle Kinder ein Zimmer teilen.
Niemand hat Ruhe.
Oder kann mal allein sein.
Oft reicht das Geld nicht für Internet.
Erst recht nicht für einen Computer.
Die Kinder und Jugendlichen sind von den digitalen Medien ausgeschlossen.
Sie haben keinen Zugang.

Manchmal braucht man Geld außer der Reihe.
Zum Beispiel, weil die Waschmaschine kaputt geht.
Oder eines der Kinder braucht eine Zahnspange.
Und die Krankenkasse zahlt nicht.
Die Familie weiß dann nicht:
Woher soll sie das Geld nehmen?

Warum gibt es Kinderarmut?

Wenn Eltern sehr wenig Geld verdienen,
sind auch die Kinder und Jugendlichen betroffen.
Einige Eltern haben gar keine Arbeit.
Dann bekommen sie Geld vom Staat.
Dieses Geld heißt: HARZ 4.
Aber es ist nicht viel.
Es reicht nur für die lebenswichtigen Dinge.
Diese Familien sind arm.

In Deutschland ist Kinderarbeit verboten.
Erst Jugendliche ab 15 Jahren dürfen arbeiten.
Aber nur für wenige Stunden in der Woche.
Einige Jugendliche aus diesen Familie haben einen Job.
Doch weil ihre Eltern HARZ 4 bekommen,
dürfen sie nur 100 Euro dazu verdienen.
Verdienen sie mehr,
nimmt der Staat ihren Eltern das Geld wieder ab.
So haben diese Jugendlichen keine Chance.
Sie können kaum Geld verdienen und sparen.
Zum Beispiel, um sich etwas leisten zu können.

Zu wenig Geld hat viele Folgen

Kinder aus diesen Familien müssen auf viele Dinge verzichten.
Während sie für die anderen Kinder selbstverständlich sind.

Ohne eigenes Zimmer ist das Lernen zu Hause schwer.
Sie werden bei den Schulaufgaben ständig gestört.
Kein Internet und kein Computer bedeutet:
Die Kinder können nicht am Online-Unterricht teilnehmen.

Die Kinder sind oft zu dünn angezogen.
Weil das Geld für Winterkleidung fehlt.
Dann werden sie schneller krank.

Wer oft in der Schule fehlt, verpasst den Lernstoff.
Viele Kinder und Jugendliche aus armen Familien
haben Schwierigkeiten in der Schule.
Sie bekommen schlechtere Noten.
Später ist es schwer,
einen guten Ausbildungsplatz zu bekommen.
Oder sie können nicht das Fach studieren, was sie wollen.
Weil ihr Abitur dafür zu schlecht ist.

Dabei sein: Freunde, Freizeit und Schule

Für die Schule braucht man viele Dinge.
Zum Beispiel:
Schulranzen, Hefte, Bücher und Stifte.
Was gerade cool ist, kostet mehr.
Das können sich ärmere Familien nicht leisten.
Kinder mit gebrauchten oder unmodernen Sachen werden oft gehänselt.

Meistens laden Kinder aus armen Familien niemanden ein.
Denn zu Hause ist es eng.
Und sie haben kein eigenes Zimmer.
Ihre Geburtstage feiern sie nicht.
Vermutlich werden sie dann auch nicht eingeladen.
Kino oder ein Besuch im Schwimmbad kosten ebenfalls Geld.
Also gehen sie nicht mit.
Ganz schnell sind sie ausgeschlossen.
Ausgeschlossen von vielen Dingen, die Spaß machen.
Doch alle anderen Kinder erleben viel:
Sie erleben Gemeinschaft, Freundschaft und haben Spaß.
Dazu sagt man: Soziale Teilhabe.

Welche Folgen hat Armut?

Wer in Armut aufwächst,
macht andere oder viel weniger Erfahrungen.
Kinder in Armut können nach den Ferien nichts erzählen.
Denn sie hatten keine Urlaubsreise.
Sie tragen uncoole Schuhe.
Oder sie tragen die Jacke der großen Schwester auf.
Sie können nicht mitreden,
weil sie keinen Computer haben.
Sie kennen nicht die coolsten Online-Spiele.
Das fühlt sich alles nicht gut an.
Irgendwie gehören sie nicht dazu.

Soziale Teilhabe ist wichtig für Kinder und Jugendliche.
Damit ist zum Beispiel gemeint:

  • Mitglied in einem Sportverein sein
  • Urlaube erleben
  • ein Instrument lernen
  • Nachhilfe bekommen können
  • mit Freunden zusammen sein
  • in einem Jugendverein mitmachen.

All diese Dinge sind wichtig für die persönliche Entwicklung.

Armut nimmt Kindern und Jugendlichen
viele Chancen für ihre Zukunft.
Die Erfahrungen zeigen:
Aus armen Kindern werden meistens arme Erwachsene.
Denn sie schaffen kaum einen höheren Schulabschluss.

Die Kinder und Jugendlichen können selbst
nichts an ihrer Lage ändern.
Darum ist das unsere Aufgabe.
Wir wollen uns um alle Kinder kümmern.
Die ASJ will ihre Bedürfnisse erkennen.
Sie will ihre Interessen vertreten.
Die ASJ will alle Kinder auf ihrem Weg unterstützen.

Ansprechpartner*in

Khadija AbourizqLandesjugendreferentin

Landesgeschäftsstelle
Kaiser-Wilhelm-Ring 50
50672 Köln

0221 / 949707-24
0221 949707-​19
abourizq(at)asb-nrw.de

Hanna ObertLandesjugendreferentin

Landesgeschäftsstelle
Kaiser-Wilhelm-Ring 50
50672 Köln

0221 949707-22
0221 949707-19
obert(at)asb-nrw.de

Patricia SanchezProjektreferentin für rassismuskritische Jugendverbandsarbeit

Landesgeschäftsstelle
Kaiser-Wilhelm-Ring 50
50672 Köln

0221 949707-25
0160 5029882
sanchez(at)asb-nrw.de

Meret Marie ClaußnitzerStudentische Mitarbeiterin Bereich Kinder und Jugend

Landesgeschäftsstelle
Kaiser-Wilhelm-Ring 50
50672 Köln

0221 949707-0
claussnitzer(at)asb-nrw.de